Das Bärenmädchen von Jalpaiguri
Die folgende Geschichte stammt von Amrita Bazar Patrika vom 14. Dezember 1892. Sie ist ungewöhnlich, weil das Kind zu lachen lernte.
Einer der Missionare der New Dispensation Church (der kürzlich verstorbene Babu Keshub Sen's Brahmo Somaj) traf auf seiner kürzlichen Tour durch Jalpaiguri auf ein Mädchen von etwa acht Jahren. Sie strich durch die Strassen, alles essend, was die Leute ihr zuwarfen. Nachts schlief sie unter Bäumen oder unter offenem Himmel. Die Geschichte des Mädchens ist wundervoll. Wir lesen manchmal in Büchern über Legenden, in denen Menschen von Löwen, Wölfen und Bären gesäugt wurden. Das Mädchen ist der lebende Beweis. Sie hat die Charakterzüge von den Hügelmenschen. Entdeckt wurde sie in von Lastträgern in einer Bärenhöhle. Es wird vermutet, dass sie dort unter unzumutbaren Umständen lebte, und - als sie ganz klein gewesen war - von ihrer Bärenmutter gesäugt worden war.
Als sie aus dem Bau heraus geholt wurde, war sie eine seltsame Kombination aus Bär und Mensch. Sie war grimmig wie ein Bär, wollte jeden beissen und kratzen, den sie sah. Für die Fortbewegung benutzte sie Hände und Füsse, und lief wie ein Bär. Sie knurrte wie ein Bär, ass und trank wie ein Bär, kurz, ihr ganzes Benehmen war das eines Bären, wobei sie trotzdem einem Menschen ähnlich sah. Die Polizei nahm sie in Gewahrsam, da war sie etwa drei Jahre alt. Danach wurde sie ins Krankenhaus von Jalpaiguri gebracht, wo sie die meisten ihrer seltsamen Gewohnheiten verlor.
Sie lernte zu laufen, essen und trinken wie ein Mensch, und zeigte Emotionen, die die eines Menschen waren. Das Krankenhaus behielt sie für etwa drei Jahre, und entliess sie dann als unheilbar. Der besagte Missionar, der der Leiter eines Weisenhauses ist, hatte Mitleid mit ihr, und brachte sie ins Büro der Unity und the Minister newspaper (die Zeitung der New Dispensation Church des verstorbenen Babu Chunder Sen) Patuatolla Lane 20, Calcutta. Als wir sie das erste Mal sahen, waren wie berührt von ihrer lieblichen und unschuldigen Erscheinung. Sie war etwas dicklich und hatte langes Haar. Sogar jetzt noch gab sie bärenähnliche Laute von sich, und ging nur mit Mühe aufrecht wie ein Mensch. Die einzige Emotion die sie ausdrückte, war ein grinsen, das oft zu einem lauten Lachen wurde. Sie war mehr ein lachendes Mädchen als irgendwas anderes. Sie verstand offensichtlich keine menschliche Sprache, obwohl ihr Seh- und Hörvermögen bei einer Untersuchung als unbeeinträchtigt befunden worden war. Wenn man ihr Essen brachte, streckte sie die Hand danach aus, und wenn sie es in ihrem Besitz hatte, lächelte sie und fing laut an zu lachen, was manchmal sehr reizend und herzig klang. Wenn irgendetwas an ihr die menschliche Sympathie weckte, dann war es ihr Lachen. Das Weisenhaus fand einen unpassenden Platz für sie, und holte sie zurück zum Das Asram, dem philantrophischen Institut von Calcutta, gegründet von einigen Männern nach der Linie der Salvation Armee. Es bietet den Armen und Obdachlosen von Calcutta Asyl, so auch jetzt unserem Mädchen. Hunderte Männer und Frauen wollten sie täglich sehen, doch sie zeigte eine Abneigung dagegen, ausgestellt zu werden als ein Objekt der Neugierde. Durch den sozialen Kontakt hat sie sich nun gänzlich menschliche Eigenschaften angeeignet. Es wird von den Ärzten vorausgesagt, dass sie irgendwann ihr Menschendasein zurückgewinnen wird.
Das Bärenmädchen von Jalpaiguri
Datum: 1892
Alter: 8
Ort: Jalpaiguri, India
Tiere: Bären
Datum: 1892
Alter: 8
Ort: Jalpaiguri, India
Tiere: Bären
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