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Der Wolfsjunge von Chupra

Dieser Bericht über den Wolfsjungen von Chupra ist ein Auszug aus A journey through the Kingdom of Oude.

In Chupra, zwanzig Meilen östlich von Sultanpoor, lebte ein Bauer mit seiner Frau und seinem Sohn, der 3 Jahre alt war. Im März 1843 ging der Mann aufs Feld um Korn zu schneiden, und die Frau nahm ihren Korb und ging mit ihm, um das Getreide aufzusammeln, ihren Sohn auf dem Arm. Der Junge hatte sich gerade von einer Verletzung am Knie geholt, die er sich zugezogen hatte, als er ins Feuer fiel, das ihn gewärmt hatte, als seine Eltern auf Arbeit waren. Während sich die beiden Eltern um das Korn kümmerten, sass der Junge im Gras. Plötzlich schoss ein Wolf hinter einem Gebüsch hervor, packte den Jungen bei den Hüften und machte sich mit ihm auf und davon Richtung Schlucht. Der Vater war zu der Zeit ausser Reichweite, doch die Mutter verfolgte den Wolf laut um Hilfe schreiend. Die Dorfbewohner eilten ihr zu Hilfe, doch schon bald verloren sie die Spur des Wolfes und seines Rudels.
Sie hörte über sechs Jahre nichts mehr von ihrem Jungen, und hatte zwischenzeitlich ihren Mann verloren. Eines Tages im Februar 1849 kamen zwei Sipahees aus Singramow, zehn Meilen von Chupra, ans Ufer des Khobae-Flusses. Während sie am Rand des Dschungels sassen, welcher sich flussabwärts erstreckte, um nach Schweinen Ausschau zu halten, welche für gewöhnlich um diese Zeit am Morgen an den Fluss kamen um zu trinken, sahen sie drei Wolfsjunge und einen Jungen aus dem Dschungel kommen und zum Fluss runtersteigen, um zu trinken. Die Sipahees beobachteten sie bis sie fertig getrunken hatten und im Begriff waren, um Dschungel zu verschwinden, dann stürzten sie sich auf sie. Alle vier stürzten auf eine Höhle in der Schlucht zu. Die Sipahees folgten ihnen so weit sie konnten, doch die drei Wölfe waren drinn, bevor die Sipahees sie eingeholt hatten. Der Junge war bereits halb verschwunden, als einer der Sipahees ihn am Unterschenkel erwischte und zurückzog. Er schien sehr wüten und wild, biss um sich und schlug die Zähne in den Lauf eines Gewehrs, das sie benutzten, um sich ihm vom Leib zu halten. Trotzdem schafften sie es, ihn nach Hause zurück zu bringen und für zwanzig Tage festzuhalten. Sie konnten während dieser Zeit nicht bebringen etwas anderes als rohes Fleisch zu essen, und sie fütterten ihn so mit Hasen und Vögeln. Sie fanden es schwierig, ihm genügend Futter zu beschaffen, und schafften ihn zum Markt im Dorf Koeleepoor. Dort liessen sie ihn von wohlgesinnten Menschen füttern, bis die Eltern den Jungen erkannten und mitnahmen. An einem Markttag kam ein Mann aus dem Dorf Chupra, sah den Jungen, und erwähnte ihn nach seiner Rückkehr im Gespräch mit einem Nachbarn. Als die Witwe des Bauern die Geschichte hörte, bat sie den Mann, ihr den Jungen exakt zu beschreiben. Sie hörte, dass der Junge eine Verbrühung am linken Knie hatte, und Zahnabdrücke eines Tieres an den Lenden.. Die Wittwe erzählte darauf dem Bauern, dass sich der Junge zum Zeitpunkt seiner Verschleppung gerade von einer Verbrennung erholte, dass der Wolf ihn an den Lenden gepackt hatte, und dass es ihr Junge sein musste, den er gesehen habe.
Sie begab sich unverzüglich zum Bazar von Koelee und erkannte anhand der Narben ihr Kind. Sie nahm den Jungen mit nach Hause ins Dorf, wo er auch von allen Nachbarn wiedererkannt wurde. Während den nächsten zwei Monaten behielt sie ihn im Haus, und die Jäger schickten ihr Wild um ihn zu füttern. Er trank weiterhin, indem er sein Gesicht ins Wasser tauchte, jedoch schlürfte er es, anstatt es wie ein Wolf mit der Zunge aufzulecken. Sein Körper roch immer noch widerlich. Wenn seine Mutter zur Arbeit ging, rannte er immer in den Dschungel, und sie konnte ihn nie zum Sprechen bringen. Er folgte seiner Mutter um zu sehen, ob etwas zu Essen für ihn rausspringt, doch zeigte er nie so etwas wie Zuneigung, und auch sie schaffte es nicht, viel für ihn zu empfinden. Nach zwei Monaten fand sie verzweifelt, dass er nicht nützlich für sie war, und sie aus ihm nichts machen konnte. Sie gab ihn in die Obhut des örtlichen Armenhauses. Kurz darauf lernte er, Brot zu essen und alles andere, was man ihm gab, doch rannte er immer wieder in den Dschungel zurück. Manchmal murmelte er vor sich hin, konnte aber nie ein Wort artikulieren. Die Haut an seinen Knien und Ellbogen waren hart vom auf allen Vieren gehen. Falls man ihm versuchte Kleider anzuziehen, riss er sie runter und zerriss sie dabei in Fetzen. Er bevorzugte immer noch rohes Fleisch vor gekochtem, und ass aus Aas, wann immer er welches fand. Die Jungen des Dorfes machten sich einen Spass daraus, Frösche zu fangen und ihm zuzuwerfen, die er auffing und ass. Wenn ein Ochse verendete, und man ihm die Haut abzog, lief er mit den Hunden des Dorfes hin und frass daran. Der Junge lebt immer noch im Dorf, und dies ist die Beschreibung, die seine Mutter gab, die immer noch in Chupra lebt. Sie hatte nie erwartet, dass eine Zuneigung zurückkehrte. Ihre Geschichte wurde von allen Nachbarn, den Bauern und Ladeninhabern bestätigt.
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